Geburtsgeschichte: meine schnelle Geburt im Auto

„Wenn man plötzlich ein Köpfchen zwischen den Beinen spürt, obwohl man noch Hose und Unterhose anhat, kriegt man Panik!“ Tinas Kind kam im Auto auf dem Weg ins Krankenhaus zur Welt. Hier erzählt sie von ihrer schnellen Geburt im Auto.

BABYBJÖRN Elternmagazin – Eine schnelle, aber unkomplizierte Geburt im Auto: Tina bekam ihr Kind auf dem Beifahrersitz am Rande der Autobahn.
Wir reden noch oft über Moas Geburt. Dann müssen wir lachen und sind sehr dankbar, fragen uns aber manchmal auch „Was wäre gewesen, wenn ...?“
Foto: Johnér

Unsere Geburt im Auto

Wir hatten schon eine zweieinhalbjährige Tochter und erwarteten nun unser zweites Kind. Beide Schwangerschaften waren völlig unproblematisch – mir ging es die ganze Zeit super.

Unsere erste Tochter kam drei Wochen vor dem Termin zur Welt, und vom Blasensprung bis zur Geburt dauerte es damals nur fünf Stunden. Deshalb waren wir dieses Mal natürlich etwas nervös.

Ob das der Schleimpfropf war?

Der errechnete Geburtstermin war der 17. Juli. Am 10. Juli, als noch alles ruhig im Bauch war, fuhren wir zum Krankenhaus in Malmö, das etwa zwanzig Kilometer von uns entfernt liegt. Soweit sah alles gut aus, aber der Muttermund war noch nicht sehr weit geöffnet, also hieß es erst mal warten. Am 12. Juli wachte ich mit Bauchschmerzen auf, und auf der Toilette kam Schleim und Blut. Ob das der Schleimpfropf war?

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Ich rief im Krankenhaus an und erzählte von unserer ersten Geburt. Dort sagte man mir, ich solle die Zeit zwischen den Wehen stoppen, und wenn die Abstände etwa fünf bis sechs Minuten betrügen, sollten wir kommen. Vorerst waren es zehn bis elf Minuten. Also legte ich mich mit meiner Tochter erst mal wieder hin.

Das Baby kommt

Plötzlich wurde ich von einem heftigen Schmerz wach. Weinend rief ich meinen Mann Partner an. „Du musst nach Hause kommen, es tut so wahnsinnig weh“, sagte ich. „Das Baby kommt.“

Innerhalb von fünfzehn Minuten war mein Partner da. Als er zur Tür herein kam, konnte ich mich kaum noch auf den Beinen halten. „Das schaffen wir nie“, sagte ich.

Wir waren gerade auf die Autobahn aufgefahren, da schrie ich meinen Partner an, er müsse sofort anhalten.

BABYBJÖRN Elternmagazin – Eine Geburt im Auto mit glücklichem Ende: Als Tina im Krankenhaus ankam, hatte sie ihre Tochter Moa schon dabei.
Der Krankenwagen kam und brachte uns in die Klinik. Dort erfuhren wir, dass unser Töchterchen 48 cm groß und 3580 Gramm schwer war. Sie war ganz und gar perfekt.
Foto: privat

Geburt im Auto auf der Autobahn

Ich wählte den Notruf. „Die Geburt hat eingesetzt, und wir schaffen’s nicht mehr ins Krankenhaus!“ Mein Partner saß schon am Steuer und war mit mir losgefahren.

Der Typ am anderen Ende der Leitung wollte wissen, ob die Fruchtblase geplatzt sei. Genau in dem Moment machte es „Paff!“ und sie platzte, und mit dem Fruchtwasser kam auch gleich die erste Presswehe.

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Wir waren gerade auf die Autobahn aufgefahren, da schrie ich meinen Partner an, er müsse sofort anhalten! Ich spürte schon den Kopf! Mit der nächsten Presswehe kam das Köpfchen heraus.

Wenn man in einem engen Wagen mit einem großen Kindersitz hinter der Lehne sitzt und plötzlich ein Köpfchen zwischen den Beinen spürt, obwohl man noch Hose und Unterhose anhat, kriegt man Panik! Ich hatte nicht so sehr wegen der Geburt Panik, sondern weil ich dachte: SCH*E, wie soll ich nur die Hose runterbekommen?

Irgendwie bekam ich es hin, und dann hielt ich auch schon das Köpfchen des Babys in der Hand. Als mein Partner endlich angehalten hatte und zu mir an die Beifahrertür kam, hatte ich die nächste Presswehe, und damit kam der Rest des Kindes. Er fing unser Baby auf und legte es mir auf den Bauch.

Zwei Minuten später …

Vom Blasensprung bis ich das Baby auf dem Bauch hatte, waren nur ungefähr zwei Minuten vergangen. Das Gefühl, halb liegend im Auto zu sitzen, am Rande der Autobahn, und sein Baby plötzlich auf dem Bauch zu haben, lässt sich natürlich kaum beschreiben, aber es war ein Glücksgefühl, Erleichterung, riesige Freude.

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Der Krankenwagen kam und brachte uns in die Klinik. Dort erfuhren wir, dass unser Töchterchen 48 cm groß und 3580 Gramm schwer war. Sie war ganz und gar perfekt, ein wunderschönes Kind.

Wir werden oft gefragt, wie es uns dabei ging, ob wir nicht den Schock unseres Lebens hatten. Aber unsere Antwort lautet NEIN! In unserem Fall lief alles super. Es ging alles reibungslos und ganz leicht, weder dem Baby noch mir ist etwas passiert. Die Natur regelt vieles von selbst. Wir sind unglaublich glücklich und stolz auf unsere Tochter, die uns eine Erinnerung fürs Leben beschert hat.


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BABYBJÖRN Elternmagazin – Geburt im Auto für diese Familie: Tina, Robin und ihre beiden Töchter.

Tina

Unsere Familie, das sind mein Partner und ich, unsere beiden Töchtern im Alter von 3 Jahren und 9 Monaten und unser Hund Chico. Wir wohnen in Svedala bei Malmö, in einem Haus, das wir gekauft haben, als unsere älteste Tochter gerade fünf Monate alt war.

Gedanken zur Geburt im Auto:
„Wir reden immer noch oft über die Geburt unserer kleinen Moa. Dann müssen wir lachen und sind sehr dankbar, fragen uns aber manchmal auch ‚Was wäre gewesen, wenn …?‘ Zum Glück ist ja alles gut gegangen, und ich bin unfassbar stolz auf meine hübschen Kinder und meinen großartigen Partner.“